Haltestellen Krumbach: Wartehüsle

Was ist das erste das euch einfällt, wenn ihr an Vorarlberg denkt? Bei mir ist es: „Landleben“, „Dialekt den ich nicht unbedingt verstehe“, „Vo Mello bis ge Schoppornou bean I gloufo, d’Füaß himmor weh tau“ und sonst …sonst sind da nicht sehr viele Assoziationen. Eine große Lücke und die sollte zumindest zu einem Teil geschlossen werden! Vor einigen Monaten wurde ich zu einer Pressereise nach Vorarlberg eingeladen und ich musste nicht lange zögern, um teilzunehmen. Denn – welch Schande – mache ich viel zu selten Urlaub in Österreich! Dabei gibt es viel zu viele aufregende Orte in Österreich, die erkundet werden wollen! Ganz besonders gefreut habe ich mich auf den Programmpunkt, der sieben Bushütten, auch „Wartehüsle“ genannt, umfassen sollte.

BUS:STOP Krumbach – Wartehüsle

Im Jahr 2014 machte das Dorf Krumbach mit dem Architekturprojekt BUS:STOP auf sich aufmerksam. In Kooperation mit dem Architekturzentrum Wien und dem Vorarlberger Architektur Institut wurden sieben Architekturbüros aus China, Norwegen, Chile, Spanien, Belgien, Japan und Russland eingeladen, sieben Bushaltestellen zu gestalten. Dabei wurde eng mit lokalen Handwerkern und regionalen Partnerarchitekten zusammengearbeitet und sieben Buswartehüsle gestaltet. Besonders wurde dabei darauf geachtet traditionalle Materialien, gekonnte Fertigungstechniken und die Landschaften einzubinden. Denn im Vordergrund in der Region steht das Miteinander von Mensch und Natur, von Tradition und Moderne, von Handwerk und Baukultur.

Ist man in Krumbach unterwegs, ist man vor allem von sehr viel Natur umgeben. Und zwischen all dem Grün und einer wunderschönen Landschaft, da stehen sie – die architektonisch teilweise grenzgenialen „Wartehüsle“. Der Bruch könnte größer nicht sein, doch genau das macht das ganze Projekt so spannend. Generell ist in Vorarlberg sehr oft moderne Architektur zu sehen – was ich absolut nicht vermutet hätte! Die Kombination aus Landschaft und geraden Linien und vielen Kanten ist einmalig und hat mich ganz besonders fasziniert.

Die sieben Wartehüsle könnten unterschiedlicher nicht sein und ich fand es wahninnig spannend zu sehen, wie unterschiedlich die sieben Architekturbüros die Wartehäuschen interpretierten.


Wartehüsle Glatzegg: Wang Shu, Ly Wenyu, China

Wartehüsle Kressbad: RintalaEggertsson Architects, Norwegen

Wartehüsle Zwing: Smiljan Radic, Chile

Wartehüsle Unterkrumbach Nord: Ensamble Studio, Spanien

Wartehüsle Unterkrumbach Süd: Architecten de Vylder Vinck Taillieu, Belgien

Wartehüsle Bränden: Sou Fujimoto, Japan

Mein absolut liebstes, wenn auch verrücktestes „Wartehüsle“ – mit einem Häuschen hat es nicht allzuviel zu tun, es soll viel mehr zum „offenen Dialog mit der Natur“ einladen – so der Architekt. Fand ich als Touristin sehr spannend, würde ich allerdings in Krumbach wohnen und wäre angewiesen, in diesem „Hüsle“ Schutz zu finden, wäre ich von dessen Umsetzung wahrscheinlich wenig angetan.

Wartehüsle Oberkrumbach: Alexander Brodsky, Russland

Krumbach Bushuesle vorarlberg

 

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