Wir haben einen Hund gerettet – willkommen Frido

Mittlerweile ist es über vier Monate her, dass dieser kleiner Mann eigentlich sehr spontan bei uns einzogen ist und unser Leben verändert hat – natürlich auf positive weise! Aber alles von Anfang an…

David und ich waren eigentlich immer Katzenmenschen. Flauschige, eigensinnige, verfressene Wesen, die (zumindest teilweise) gerne kuscheln – wahrscheinlich kann ich mich einfach nur gut mit ihnen identifizieren. Nach und nach waren wir aber beide immer mehr vom besten Freund des Menschen angetan und vor allem meine Dackelliebe kam immer mehr durch. Ich bin als Kind mit dem Dackel meiner Oma aufgewachsen und war von diesen Würsten immer schon begeistert. So bin ich also auf Facebook sämtlichen Sausage Dog Kanälen gefolgt und habe David beinahe täglich süße Dackelvideos gezeigt. Nachdem David noch tierlieber ist als ich, war er schnell von meiner Begeisterung angesteckt und ich konnte ihm den Flo ins Ohr setzen, dass wir irgendwann einen kleinen Frido haben werden… Der Name stand nämlich schon vor dem Hund fest! Für mich war aber auch von Anfang an klar, dass ich keinen gezüchteten, sondern einen geretteten Hund haben möchte. Es gibt so viele süße Fellnasen, die in irgendwelchen Tierheimen ihr Dasein fristen und so dringend ein liebevolles zu Hause bräuchten. Natürlich sind Tierheime aber nicht unbedingt überfüllt mit Dackel aber ob unsere Fellnase reinrassig ist oder nicht, war mir eigentlich ziemlich egal – hauptsache wurstig und er muss nach „Frido“ aussehen. Und ich habe gewusst, irgendwann wird ein kleiner Mann dabei sein bei dem wir sofort wissen: der ist es! Leos und Brunos Mama Kate hat gewittert, dass wir es tatsächlich ernst meinen und wirklich einen Hund adoptieren wollen. Schwupps begab sie sich bei sämtlichen Tierheimen und Tierschutzorganisationen auf die Suche nach einem potentiellen Frido. Allzu lange hat es nicht gedauert, und wir haben die ersten Fotos unseres kleinen Fridos gesehen…

Frido aus Portugal

Am 18. November standen Kate und ich mit einem Stand am Feschmarkt, als sie mir plötzlich die „Bewerbungsfotos“ auf Hope 4 Friends von Frido aus einem Shelter in Portugal gezeigt hat. Sie wusste genauso schnell wie ich, dass es tatsächlich unser Frido sein könnte und wir haben ihn sofort „reserviert“. Davids Augen leuchteten wie von einem kleinen Kind in einem Süßigkeitenladen, als er die Fotos des kleines Mannes zum ersten Mal sah. Nun mussten wir uns also entscheiden. Ist es tatächlich unser Frido und wollen wir das wirklich? Einen kleinen flauschigen Vierbeiner? Von einem Hund zu träumen und so ganz in echt einen zu adoptieren sind nämlich zwei komplett verschiedene paar Schuhe. Wir schliefen eine Nacht darüber und David meinte am morgen zu mir „So Bianca – du musst dich entscheiden! Es ist nicht fair, wenn wir lange überlegen“. (Tatsächlich passiert es leider immer wieder, dass Hunde bei Tierschutzorganisationen „reserviert“ werden und sich die neue Familie kurz vor Abfahrt doch noch gegen den Vierbeiner entscheidet.) Zuerst war ich eigentlich eingeschnappt – warum muss ICH mich entscheiden, wenn es UNSER Hund sein soll? Aber kaum war der Gedanke fertig gedacht, dämmerte es mir schon … Er hatte sich längst entschieden und es lag nur mehr an mir, ob wir ihn auch wirklich adoptieren wollen… Am Nachmittag füllten wir die Unterlagen aus, die es zur Vorkontrolle von Hope 4 Friends benötigt und warteten auf eine Antwort. Zwei Wochen später kam eine Dame über die Organisation zu uns und lernte uns in einem sehr netten Gespräch kennen – einfach um zu checken, dass es dem kleinen Vierbeiner bei uns auch wirklich gut gehen wird. Und kurz danach stand fest – Frido kommt zu uns und tritt seine Reise von Portugal aus nach München mit ungefähr 20 anderen geretteten Fellnasen mit einem Transporter an. Und am 9. Dezember 2018, genau drei Wochen nachdem wir zum ersten Mal Fotos von ihm gesehen haben, ist er dann auch wirklich bei uns eingezogen.

Ein Hund aus dem Tierschutz – wie ist das?

Wie ich ja schon geschrieben habe, haben wir nur Fotos von ihm gesehen (3 Stück und ein Video in dem er mit seinen Geschwistern gespielt hat) und konnten ihn nicht vorab „kennen lernen“. Wir hatten keine Ahnung von seinem Wesen und in Wahrheit auch nicht, wie groß er wirklich ist. Auf den Fotos wirkte er um einiges größer und am 9. Dezember hielten wir dann plötzlich ein kleines Baby in der Hand, das auf der Wiese mehr einem Otter als einem Dackel glich. Er wog stolze 3,4 Kilo und war einfach nur ein kleines flauschiges Fellknäuel. Welche Rasse er genau ist, wissen wir noch immer nicht, aber wir vermuten ein Dackel-Terrier Mix. Aber auch wenn nicht – hauptsächlich ist er Frido! Und er hat die coolsten Hunde-Augenbrauen auf Erden! Natürlich konnten wir sein Wesen vorab nicht kennen lernen aber ehrlich – selbst wenn ich einen Hund bei einem Züchter „aussuche“ und ihn vorab ein paar Mal kennen lernen kann, sagt das absolut nichts aus, wie der Hund ist bzw. wie er sich entwickelt. Und schließlich spielt ja auch die Erziehung noch eine wichtige Rolle…

Wir hatten eigentlich gar nicht nach einem Welpen gesucht. Es war uns egal, wie alt der Hund sein würde. Natürlich ist es leichter einen Welpen aus einem Tierheim zu adoptieren als einen zum Beispiel 4 Jahre alten Hund, der einen Teil seines Lebens auf der Straße gelebt hat. Ich traue mir zu sagen, dass Frido noch nie etwas schlechtes in seinem Leben (also auch nicht in der Zeit bevor er zu uns kam) erlebt hat und keinesweges traumatisiert oder ähnliches ist. Bei älteren Hunden kann man das nie wirklich sagen und ich kann nur von unserem kleinen Welpen sprechen – aber bei ihm merkt man absolut nicht, dass er von einem Shelter und nicht von einem Züchter kommt.

Frido steckt gerade mitten in der Pubertät und lotet schon immer wieder seine Grenzen aus. Zu Hause ist er absolut problemlos und ist der bravste und liebste Hund. Beim Spielen mit anderen Hunden jedoch – nicht zu stoppen! Da ist er super frech und will einfach keine Ruhe geben – egal wie lange schon gespielt wurde. Aber auch das trainieren wir und versuchen langsam aber doch in den Griff zu bekommen. Seinen eigenen Kopf wird er immer haben aber eigentlich find ich das sogar charmant … in Wahrheit spiegelt das ja nur Frauchen und Herrchen wieder ;-)

Was sich seither verändert

Grundsätzlich hat sich mein Leben seit Frido nicht großartig verändert … zumindest nicht mehr, seit er stubenrein ist haha. Er kommt mit mir täglich ins Büro (Brunos Leben hingegen hat sich sehr verändert – jetzt ist nicht mehr er der kleine Bruder, sondern hat einen ziemlichen pain in the ass Bruder, der ihn abgöttisch liebt und am liebsten 12 Stunden durchspielen möchte mit ihm), hat sich an das fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln gewöhnt, fährt gerne Auto, ignoriert Straßenlärm, kann, wenn es sein muss, auch für einige Stunden alleine zu Hause sein und dreht jedes Mal komplett durch, wenn er was zu Essen bekommt (ja er passt zu uns). Die ersten zwei Wochen hingegen waren nicht ganz so einfach. Schnell hatten wir uns aneinander gewöhnt und Frido verstand sehr schnell gewissen Grundregeln. Was er jedoch nicht verstand, dass man auch außerhalb der eignen 4 Wände pipi kann…

Frido aka Lord Pipibert

Unser kleiner Lord Pipibert brauchte Ruhe und am liebsten etwas flauschiges unter den Pfoten, um pinkeln zu können. Hurra! Wir haben den Tipp bekommen, ihn an spezielle „Unterlagen“ zu gewöhnen, auf die er pinkelt und diese Schritt für Schritt nach draußen zu verlagern. Drinnen verstand er sehr schnell, was wir wollten, langsam ging es sogar im Innenhof, doch auf der Straße oder einer Wiese? Keine Chance, viel zu viel Ablenkung! Stundenlang sind wir wie Verrückte mit Pinkelmatten draußen auf ruhigen Plätzchen gewesen und haben auf das Wunder gehofft. Zwei Wochen später stand jedoch (Gott sei Dank) schon unser Weihnachtsheimaturlaub in Oberösterreich an und wir haben gehofft, dass ihn der völlig ruhige Garten meiner Eltern dazu bringt, sein kleines Geschäft auch draußen zu verrichten. Und siehe da – kaum einen Tag in Oberösterreich, hab ich den ersten Pipifreudentanz aufgeführt und mich wie wahnsinnig gefreut, als Frido nach einer halben Stunde im Garten spielen endlich begriff: hey – pipi ist ja draußen auch voll ok! (oder was auch immer). Natürlich passierten noch ein paar Missgeschicke, aber im Großen und Ganzen ist er seit nach Weihnachten stubenrein. Und nachdem er mittlerweile mitten in der Pubertät steckt, gibt es sowieso nicht besseres mehr, als draußen zu pinkeln hahaha. Ein Hoch auf die Männlichkeit!

Nun gehen wir zw. 22:00 und 23:00 noch eine kurze Runde und morgens – je nachdem wann wir selbst aufstehen – zw. 7:00 und 9:00. Also auch hier gibt es keine großartigen Veränderungen in unserem Leben. Die Zeiten, in denen wir nachts raus sind, sind Gott sei Dank vorbei!

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Frido, Freude, Eierkuchen

Bevor Frido zu uns kam, hatte ich natürlich schon Bedenken. Was, wenn er überhaupt nicht zu uns passt und wir uns überhaupt nicht verstehen? Was, wenn wir eigentlich völlig überfordert sind? Was, wenn die Vorstellung einen Hund zu haben romantischer ist, als die Wirklichkeit? Ich habe meine Bedenken mit Trixi geteilt, die selbst seit fast drei Jahren einen kleinen Vierbeiner um sich hat und beinahe hätte sie mich ausgelacht haha. Klar ist es logisch, dass man Bedenken hat – auch wenn es „nur“ ein Haustier ist, hat man ab sofort Verantwortung für dieses kleine Lebenwesen und will, dass es ihm so gut wie möglich geht. Oft denke ich noch an Trixis Satz: du wirst sehen, du kannst dir so schnell gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne Hund war! Und recht hatte sie. Als wir nach Barcelona geflogen sind, durfte Frido für 3 Tage bei Kate übernachten und bereits am Vorabend unseres Fluges (nachdem der Flieger um 6:10 morgens ging) bei ihr und den Goldies eine Sleepoverparty feiern. Wir waren also zum ersten Mal nach fast 4 Monaten alleine zu Hause ohne Frido. Und es war das merkwürdigste überhaupt, dass nicht ein kleines Monsterchen angetrabt kam, wenn wir ihn gerufen hätten. Niemand, der ganz gespannt sein Köpfchen hebt, wenn jemand in die Küche geht (es könnte ja spontan ein Happi geben…). Niemand, der morgens eigentlich noch viel zu müde für sein Leben ist und sich nach mindestens drei Schritte nochmal strecken und wieder hinlegen muss. Niemand, der ganz interessiert ist, wenn man sich Socken an oder aus zieht (Frido lieeebt Socken – kleine Elfe). Niemand, der vor Freude auszuckt, wenn er das Geräusch seines Futters hört. Niemand, bei dem der ganze Popo wackelt, wenn er sicht freut. Und vor allem niemand, den man spontan knuddeln und kuscheln könnte. Frido we love you!

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